Career Mentorship Program

Türöffner für den Berufseinstieg als Anwalt

von Dr. Max Oehm

Dr. Max Oehm, LL.M., war von 2014 bis 2016 Mentee des Career Mentorship Program (kurz „CMP“) von Baker McKenzie. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des CMP berichtet er von seinen persönlichen Erfahrungen als Mentee, dem Kontakt zu seinem Mentor und dem Berufseinstieg als Associate der Praxisgruppe Dispute Resolution in Frankfurt.

'CMP - wieder so eine Abkürzung, bei der man erst einmal verstehen muss, wofür Sie steht.' So oder so ähnlich dachte ich, als ich das erste Mal vom Career Mentorship Program („CMP“) bei Baker McKenzie hörte. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits promotionsbegleitend als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Frankfurter Büro der Kanzlei tätig. 

'Das ist doch sicherlich nichts für mich; die suchen Studenten und Referendare, die nicht bereits für die Kanzlei arbeiten. Soll ich mich da wirklich bewerben?' Trotz meiner anfänglichen Zweifel habe ich genau das getan und wurde im Sommer 2014 CMP Mentee. Eine Entscheidung, die mir viele tolle Erlebnisse ermöglicht hat, durch die ich interessante Kollegen kennengelernt und sogar Freunde gewonnen habe.


Was ist das CMP? Und was bringt mir das Programm?

Das CMP macht im Wesentlichen drei Aspekte aus: Erstens, die fachliche Fortbildung in der Mentorship University, bei der man als Student, Referendar oder Doktorand an Seminaren zu praxisrelevanten Themen teilnehmen kann. Mein erstes Seminar war zum Beispiel ein Einführungskurs in die Bilanzkunde, bei dem uns ein Steuerrechtspartner der Kanzlei erklärte, wie man Bilanzen verständlich liest.

Zweitens: Ein persönlicher Mentor, der zur Seite steht und der unter anderem nach den fachlichen Interessen des Mentees ausgewählt wird. Die Kanzlei nimmt diese Aufgabe sehr ernst und sucht gezielt Mentoren aus, die diese Aufgabe mit Freude übernehmen. Der Mentor ist Gesprächspartner für Fragen aller Art, egal ob im Zusammenhang mit den anstehenden Klausuren im Staatsexamen, der Schreibblockade während der Promotion, der Wahl des passenden LL.M.-Programms und schließlich des Berufseinstiegs. Der persönliche Kontakt entsteht bei regelmäßigen Treffen, etwa zum gemeinsamen Mittagessen.

Der dritte zentrale Aspekt des CMPs sind die Events, allen voran das Summer Camp, aber z.B. auch die Nachwuchsweihnachtsfeier im Frankfurter Büro. Letztere findet jedes Jahr zu einem neuen Thema statt. Einmal etwa verwandelte sich das Frankfurter-Bistro in ein Casino, ein anderes Mal waren alle Mentees aufgefordert, für einen guten Zweck Karaoke zu singen. Beim Summer Camp treffen sich alle Mentees für ein gemeinsames Wochenende an unterschiedlichen Orten. Am ersten Tag arbeiten die Mentees dann zusammen an einer Fallstudie zu einem fachlichen Thema, im Vordergrund steht der rege Austausch untereinander. Beim gemeinsamen Abendessen lernen sich die Mentees näher kennen und treffen alte Bekannte wieder. Mit guten Gesprächen dauert das Beisammensein nicht selten bis zum Morgengrauen an. Am zweiten Tag findet regelmäßig ein Softskill-Workshop statt. Das Wochenende klingt mit einer gemeinsamen Aktivität aus, bspw. einem Beachvolleyballturnier oder einer Runde Geocaching. 











Summer Camp 2015 im Rheingau


Mein persönliches Highlight: Schnitzeljagd durch die Weinberge

Das Geocaching während des Summer Camps 2015 war für mich ein Highlight: Zum Abschluss des Summer Camps durften wir in den Weinbergen des Rheingaus auf Schnitzeljagd gehen - besser gesagt Geocaching, eine moderne Form der Schnitzeljagd oder Schatzsuche. Anhand geographischer Koordinaten suchten wir in den Weinbergen versteckte Rätsel und lösten diese gemeinsam. Sieger der Spiels war das Team, das alle Rätsel am schnellsten gelöst hatte. Dank viel Elan und etwas Glück gehörte ich zum Siegerteam. Als Preis erhielten wir eine gute Flasche Rheingauer-Riesling, mit der wir bei einem unserer nächsten Treffen angestoßen haben.














Siegerteam beim Geocaching während des Summer Camps 2015:

v.li. Lena Mitterhuber, Max Oehm, Maximilian Voll, Gerrit Niehoff 


CMP als Türöffner für das Ausland: drei Monate Singapur

Das CMP ermöglichte mir auch, unkompliziert und ohne viel Aufwand die Kanzlei während des Referendariats international kennenzulernen. Von Januar bis März 2016 absolvierte ich meine Wahlstation bei Baker McKenzie.Wong & Leow, wie die Kanzlei in Singapur heißt. Mein Mentor schrieb dazu eine E-Mail an den internationalen Partner im ausländischen Büro und organisierte meinen Aufenthalt auf kurzem Weg.

Career Mentorship Program with Baker McKenzie












v.li. Max Oehm und Jan Frohloff bei Baker McKenzie.Wong & Leow in Singapur


Auch in Singapur war ich Teil des Dispute Resolution Teams und arbeitete an grenzüberschreitenden Schiedsverfahren mit. Bei der Arbeit in Singapur sticht besonders die Internationalität hervor. Singapur ist zwar nur ein kleiner Stadtstaat, aber wirtschaftlich ein Leuchtturm in der Region. Unternehmen aus aller Welt sind dort vertreten und auch die Arbeit als Anwalt ist international. Ich arbeitete etwa an einem Schiedsverfahren mit, bei dem die Parteien, die Schiedsrichter und die Anwälte über Asien und Europa verteilt waren. Unser Mandant in dem Verfahren saß in Europa, was zu einer besonderen Gestaltung des Arbeitstages führte: Während die Vormittage meist ruhig verliefen, begann die hektische Arbeit ab etwa 16 Uhr, also 9 Uhr in Europa, wenn die Mandanten ins Büro kamen. Dann hieß es häufig Telefonkonferenz um 17 Uhr und es folgten Arbeitsschritte bis spät in die Nacht.


Auch als Alumni dem CMP weiter verbunden

Im Sommer 2016 startete ich schließlich als Anwalt der Dispute Resolution Gruppe in Frankfurt. Mein Mentor aus dem CMP ist auch mein Mentor im Beruf, was von Anfang an eine vertrauensvolle Arbeitsgrundlage geschaffen hat. Für mich ist das einer der großen Vorteile des CMP. Auch wenn ich mit Arbeitsbeginn als Mentee aus dem Programm ausgeschieden bin, freue ich mich umso mehr, nun als Alumni weiterhin an den zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen und die nächste Mentee Generation kennenzulernen. Ein erstes Highlight durfte ich als Alumni bereits erleben: Auf dem Summer Camp 2017 hielt ich mit meinem Teamkollegen Gerrit Niehoff zusammen einen Workshop zur Internationalen Schiedsgerichtsbarkeit. Auch Gerrit ist ehemaliger Mentee, so wie mittlerweile mehr als 20 andere Kollegen auch.


v.li.: Gerrit Niehoff und Max Oehm während ihres Vortrags auf dem CMP-Summer Camp 2017


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