International, innovativ und interdisziplinär - Arbeiten im Rechtsgebiet IP

Einstieg in das Rechtsgebiet Intellectual Property (IP)

Von Lena Weber und Andreas Jauch, LL.M.


Aus Sicht einer Junior Associate












Für den Gewerblichen Rechtsschutz begeisterte ich mich bereits während meines Studiums an der Universität Konstanz. Im Schwerpunktstudium befasste ich mich mit dem Wettbewerbs- und IP-Recht und sammelte hier erste Kenntnisse. Nach dem Referendariat wusste ich: Ich wollte gerne als Anwältin in diesem Bereich arbeiten. Seit Juli 2019 bin ich als Junior Associate im Bereich Intellectual Property (IP) im Frankfurter Büro von Baker McKenzie tätig.

Den Kontakt mit der Kanzlei knüpfte ich auf der Fachbereichskarrieremesse in Konstanz. Ich hatte Gelegenheit, zunächst promotionsbegleitend im Team als Law Clerk in Frankfurt mitzuarbeiten. So konnte ich die Praxisgruppe kennenlernen und mich mit der Arbeitsweise vertraut machen. Bereits als Law Clerk band mich das Team in die Mandatsarbeit ein und ich durfte an interessanten Fällen mitwirken. Das machte nicht nur Spaß, sondern erleichterte auch meinen Einstieg als Associate in die Praxisgruppe.

Mich fasziniert am IP-Recht, dass es so vielfältig ist. Es reicht vom Kennzeichen-, Patent-, Design- und Urheberrecht bis hin zum Lauterkeitsrecht. IP-Rechte sind bedeutsame Unternehmenswerte. Daher ist es wichtig, sie zu schützen und strategisch weiterzuentwickeln. Der Fokus meiner Arbeit liegt vor allem im Kennzeichen- und Lauterkeitsrecht. Besonders reizen mich die lebendigen und kreativen Fälle. Oft kenne ich die Marken und Produkte, um die es in den Mandaten geht. Spannend ist an dem Rechtsbereich auch, dass ihn nicht nur nationale, sondern vor allem auch europäische Entwicklungen beeinflussen. 

Kein Arbeitstag ist wie der andere, das macht meinen Alltag so abwechslungsreich. Häufig setze ich mich mit neuen Fragestellungen und Fällen auseinander, für die es noch keine Rechtsprechung oder Literatur gibt. Beispielsweise beschäftige ich mich mit der Frage, ob ein Produkt mit einer bestimmten Marke in Deutschland vermarktet werden kann, ohne Rechte Dritter zu verletzen. Oft geht es auch darum, gegen Plagiate vorzugehen und die Markenrechte von Mandanten zu verteidigen. Im Lauterkeitsrecht beurteile ich etwa, ob eine Werbemaßnahme oder ein Internetauftritt, die ein Unternehmen schaltet, rechtlich zulässig ist. Von Beginn meiner Tätigkeit bin ich in alle Bereiche involviert, mit denen sich das IP-Team täglich beschäftigt: Ich erstelle Rechtsgutachten, entwerfe Schriftsätze und habe Mandantenkontakt. 

Die Betreuung durch meinen Mentor und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegenhelfen mir hierbei sehr. Sie geben mir zu meinen Arbeitsprodukten stets zeitnahes Feedback und Antworten auf meine Fragen. So lerne ich kontinuierlich dazu. Wöchentlich findet ein standortübergreifendes Meeting mit IP-Kollegen aus dem Münchner und Wiener Büro statt, in dem wir aktuelle Rechtsthemen und Neuigkeiten besprechen. Angesichts der engen Kommunikation und Zusammenarbeit, auch mit Kollegen aus anderen Rechtsbereichen, war es leicht für mich, mich rasch einzuleben. 

Eine zentrale Rolle spielt auch das interdisziplinäre und innovative Arbeiten. Neben internen Kanzlei- und Weiterbildungsmöglichkeiten organisierte unsere Kanzlei als Gründungskooperationspartner des Legal Innovation Hub "Reinvent Law" mit diesem zusammen einen IP-Hackathon. Bei einem Hackathon geht es darum, in einem festgesetzten Zeitfenster eine Idee eines Legal Tech Tools zu entwickeln, zu programmieren und vor einer Jury zu präsentieren. Speziell beim IP-Hackathon wurden gemeinsam mit Technologie-Startups digitale Lösungen für rechtliche Herausforderungen im Bereich des Geistigen Eigentums entworfen. Das ermöglicht, IP-rechtliche Fragen mit neuen Ansätzen zu bewältigen und auch, gemeinsam und voneinander zu lernen.


Lena Weber ist Junior Associate bei Baker McKenzie in Frankfurt am Main. Ihre Tätigkeit umfasst alle Aspekte des Gewerblichen Rechtsschutzes. Ihr Schwerpunkt liegt im beratenden und streitigen Marken- und Lauterkeitsrecht. Sie betreut weltweite Markenportfolios mit und ist in die Durchsetzung von Markenrechten involviert.


Aus Sicht eines Senior Associates










Meine Leidenschaft für den Bereich IP währt schon lange - und festigte sich nach Abschluss meines ersten Staatsexamens während meines LL.M.-Studiums an der University of Glasgow in Schottland im Jahr 2012. IP zeichnet sich vor allem durch hochkomplexe juristische Aufgabestellungen aus, gepaart mit hoher Praxisnähe. Im Rahmen meiner mehrjährigen Berufserfahrung beriet ich zu zahlreichen Produkten, Webseiten und Werbeaktionen. Diese entdecke ich im privaten Alltag wieder, sei es beim Einkauf, auf Webseiten oder als App auf dem Handy. Es stellen sich immer wieder schwierige materiell-rechtliche wie auch prozessuale Fragen, in denen wir Mandanten auch vor deutschen und EU-Ämtern und Gerichten vertreten.

 


Auch wenn ich bereits mehrere Jahre als Anwalt arbeite: Meine Beratungspraxis umfasst den gesamten Bereich des sog. "Soft IP"“, also vor allem das Marken-, Design-, Lauterkeits- und Urheberrecht. Da unsere Praxisgruppe global in Business Units, also Geschäftseinheiten, zusammenarbeitet, kann ich einen Fokus auf bestimmte Schwerpunkte legen. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich des Geschäftsgeheimnisschutzes, also der "Trade Secret Protection". Das Rechtsgebiet war in den letzten Jahren Gegenstand grundlegender gesetzlicher Änderungen auf EU-weiter Ebene. Diese führten dazu, dass alle Unternehmen prüfen müssen, ob und wie sie von den neuen Regelungen zum Schutz ihrer Geschäftsgeheimnisse profitieren können. 

Gerade in diesem Bereich nutzt die internationale Ausrichtung unserer Kanzlei unseren Mandanten. Denn wie man aus der allgemeinen Berichterstattung hört, macht der Know-how-Diebstahl keinen Halt an Landesgrenzen. Von April bis September 2019 konnte ich mich von dieser gelebten Internationalität während eines sog. Mobility Programms in Washington, D.C., selbst überzeugen. Ich arbeitete während meines Mobility Programms für das IP-Team in Washington und konnte so bestehende Kontakte zu Kollegen und Mandanten aus den USA verfestigen und auch neue knüpfen. Diese Internationalität bleibt auch nach meiner Rückkehr nach Frankfurt bestehen und zeichnet für mich die Kultur unserer Kanzlei aus. 

Im Vergleich zu meinem Berufseinstieg veränderte sich mein Arbeitsalltag über die Jahre an einigen Stellen. Mit steigender Seniorität arbeitet man noch selbstständiger und entwickelt sich mehr und mehr zum direkten Ansprechpartner sowohl bei Mandanten als auch bei eigenen Kollegen anderer Praxisgruppen, die den Rat des „IP-Spezialisten“ suchen. 

Wer im Bereich IP-Recht starten möchte, sollte Spaß an internationalen Sachverhalten haben und verhandlungssichere Englischkenntnisse besitzen. Da viele Mandate entweder grenzübergreifend sind oder von ausländischen Mandanten stammen, findet ein Großteil meiner Tätigkeit in englischer Sprache statt. Außerdem sollte man gerade im Markenrecht gewandt argumentieren können. Denn die Frage, ob zwei Marken verwechslungsfähig sind, ist selten klar in die eine oder andere Richtung zu beantworten. 


Andreas Jauch, LL.M. ist Senior Associate bei Baker McKenzie in Frankfurt am Main. Er berät zu allen Aspekten des Gewerblichen Rechtsschutzes und des Urheberrechts, mit Fokus im beratenden und streitigen Marken- und Lauterkeitsrecht sowie im Bereich des Geschäftsgeheimnisschutzes. Daneben berät Andreas Jauch umfangreich bei der Erstellung von Lizenzverträgen sowie zu IP-rechtlichen Fragestellungen im Rahmen von M&A-Transaktionen, Joint Venture-Kooperationen und gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen. Von April bis September 2019 arbeitete er im Rahmen eines Mobility Programms der Kanzlei im Büro in Washington, D.C./USA.


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