Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Flexibles Arbeiten in einer Großkanzlei - möglich!



 

Odoo CMS- Sample image floating




Constance P. Kemmner ist Associate und Wirtschaftsmediatorin in der Praxisgruppe Tax bei Baker McKenzie, Frankfurt

Flexibles Arbeiten in einer Großkanzlei - möglich!

Was bedeutet flexibles Arbeiten? Eine gute Vereinbarkeit zwischen Privatleben, Sport und Arbeit? "Flexibles Arbeiten" als Begriff ist nicht definiert. Es beinhaltet zahlreiche Teilaspekte und ist sehr individuell geprägt. Die Hauptaspekte sind jedoch unstreitig: die Arbeitszeit und den Arbeitsort zu gestalten. 

Flexibles Arbeiten in der Form, Arbeitszeit und -ort flexibel gestalten zu können, ermöglicht unsere Kanzlei schon seit längerem im Rahmen der Initiative “bAgile”. Ein “Raus aus den alten Schuhen ”, weg von starren Arbeitszeiten im Büro, schreitet weiter voran.

Uns ist allen bewusst, dass die Arbeitszeiten in einer Großkanzlei nicht "9 to 5" sind, aber wir suchen uns diesen Job nicht wegen der Arbeitszeit aus, sondern deswegen, weil die Arbeit Spaß macht, interessant ist und man stets gefordert sowie gefördert wird. Das heißt nicht, dass keine Zeit für Privatleben und Sport vorhanden ist. Durch die Möglichkeit, unter Berücksichtigung des Arbeitsanfalls und der Abgabefristen die Arbeitszeit flexibel zu gestalten, lassen sich die einzelnen Bereiche gut einteilen und die begrenzte Zeit für Privates in den eigenen Arbeitsalltag integrieren.

Diese Flexibilität führt zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance, motiviert, bedeutet Vertrauen des Arbeitgebers in das eigene Zeitmanagement und fördert unternehmerisches Denken. Maßgeblich für eine flexible Arbeitszeit ist der Arbeitsort: Im Mittelpunkt steht das “remote“ Arbeiten, das heißt ortsungebunden und überall arbeiten zu können, nicht auf das Büro angewiesen zu sein und die Möglichkeit zu haben, von zu Hause oder von unterwegs arbeiten zu können. Voraussetzung dafür ist eine gute Ausstattung, Zugang zu den nötigen Arbeitsmitteln, wie z.B. Datenbanken, und eine jederzeit bestehende Verbindung zu und dem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen des eigenen Teams und weiteren Praxisgruppen. Die Voraussetzungen wurden uns vor längerem geschaffen und werden stetig optimiert.

Durch die internationale Aufstellung der Kanzlei, 77 Büros in 46 Ländern, bedeutet flexibler Arbeitsort auch die Möglichkeit, weitere Büros - auch über die Grenzen hinweg - einbeziehen zu können. Ich reiste Anfang dieses Jahres öfter einmal in eine andere Stadt bzw. ein anderes Land. Die Arbeit aus den anderen Büros – wie München, Paris und Zürich – war wegen der Büroaufstellung unserer Kanzlei unproblematisch und sofort möglich. Auch das mobile Arbeiten auf dem Weg dorthin war möglich. Zudem hießen mich die dortigen Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen und ich konnte nebenbei mein Netzwerk erweitern. Das ist eine große Bereicherung für mich.

Die Zeit ist inzwischen vorangeschritten und die Corona-Pandemie hat uns eingeholt. Doch auch und gerade in diesen Zeiten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit den Kolleginnen und Kollegen verbunden zu sein. Im Zuge des Lockdowns hob das HR Team ein virtuelles "StayConnected" Programm aus der Taufe. Das Programm bietet E-Learnings, Impulsvorträge, Q&A Sessions, Fitnessangebote und Networking Treffen. Mich unterstützen die Angebote persönlich wie fachlich in diesen außergewöhnlichen Zeiten, motivieren und geben einem das Gefühl, weiterhin miteinander verbunden zu sein. Langsam öffnen die Büros wieder vorsichtig und es gibt die Möglichkeit, sich wieder “face to face” zu begegnen, unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.

Ob vor oder während der Corona-Zeit: Flexibles Arbeiten bedeutet für mich einen dynamischen Gang mit der Zeit. Ich weiß diese Möglichkeit in einer Großkanzlei sehr zu schätzen.

Unsere Autorin

Constance P. Kemmner ist Associate und Wirtschaftsmediatorin in der Praxisgruppe Tax bei Baker McKenzie in Frankfurt am Main. Sie kam im Sommer 2019 zu Baker McKenzie und war davor in einer anderen internationalen Kanzlei in Frankfurt tätig. Aus unserem Frankfurter Büro berät sie zu Fragen des Ertragsteuerrechts. 

Odoo CMS- Sample image floating





Dr. Johannes Weichbrodt, LL.M. (King’s College London) ist Partner in der Praxisgruppe Antitrust & Competition bei Baker McKenzie, Düsseldorf

Väter-Elternzeit und agiles Arbeiten

In Unternehmen und Kanzleien ist ein Mentalitätswandel zu beobachten: Männer übernehmen zunehmend Verantwortung außerhalb des Berufs und engagieren sich mehr in ihrer Familie. Das ist ein Spagat zwischen Beruf und Privatleben, der nicht immer einfach ist. Doch gerade der Anwaltsberuf ermöglicht es, flexibel Zeit mit den Kindern zu verbringen, z.B. sie von der Kita oder dem Kindergarten abzuholen, wenn am Nachmittag keine Termine anstehen. Stichwort: agiles Arbeiten.

Die Veränderungen des Alltages im Zuge der Covid-19-Pandemie haben in vielen Branchen mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass "Homeoffice“ schlecht getarnter Urlaub auf Balkonien ist. Dank unserer Initiative “bAgile” war in unserer Kanzlei Arbeiten von zuhause oder unterwegs schon vorher weit verbreitet. Wie problemlos und effizient auch komplexe Projekte vollständig vom Schreibtisch zuhause durchgeführt werden können, zeigt sich aber erst jetzt. Diese Erkenntnis dürfte den Büroalltag auch post-Corona nachhaltig verändern. Auch wenn Kanzleien wohl kaum aus ihren Bürogebäuden ausziehen werden, wird das New Normal zumindest teilweise Bestand haben: Mehr Kolleginnen und Kollegen werden häufiger oder regelmäßiger von zuhause arbeiten, ohne dabei einen Rechtfertigungsdruck zu verspüren, und das ist gut so.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Zeit im Stau oder im Zug, mehr Zeit mit der Familie, leichtere Koordinierung der Kinderbetreuung und regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten. Natürlich ist das Homeoffice nicht die Lösung aller Family-Work-Balance-Probleme: Wenn sich drei Kinder unterm Schreibtisch eine Schlacht ums letzte Gummibärchen liefern, leidet nicht nur die Tonqualität der Zoom-Konferenz. Es ist gerade im Homeoffice wichtig, Rückzugsmöglichkeiten für alle Familienmitglieder zu schaffen, die auch eine Trennung von Arbeitszeit und Familienzeit erlauben. Das ist nicht in allen Wohnungen einfach, erfordert Disziplin und ein hohes Maß an Konzentration und kann anstrengend sein. Außerdem fehlt der persönliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen, der ein wichtiger und schöner Bestandteil unseres Jobs ist und digital nur bedingt gelingt. Trotzdem überwiegen die Vorteile agilen Arbeitens. Denn es vereinfacht die Vereinbarkeit von Beruflichem und Privaten.

Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, kann auch bedeuten, als Vater Elternzeit zu nehmen. Während jeder meiner drei Elternzeiten ging ich mit meiner Familie, die meine Reiselust teilt, für jeweils einige Monate auf Tour. Das erste Mal durch Thailand, Neuseeland, Australien und Dubai, die zweite Reise ging durch die Südstaaten der USA, Hawaii und New York und die dritte durch Mittel- und Nordamerika. Während bei meiner ersten Elternzeit einige Kollegen (insbesondere ältere Partner) noch irritiert reagierten, war meine dritte Elternzeit schon selbstverständlich. Auch hier macht sich der Mentalitätswandel bemerkbar.

Die Reise zu planen, ist eine Sache – die Planung der Abwesenheit im Büro eine weitere. Wer Elternzeit nehmen will, sollte seine Kanzlei idealerweise früher als die gesetzlich vorgeschriebenen sieben Wochen vorher informieren und sich rechtzeitig um die Formulare der Elterngeldstelle kümmern. Mit den Teamkolleginnen und -kollegen bespricht man Mandate, die sie während der Elternzeit übernehmen. Und selbstverständlich sollte man mit den Mandanten sprechen. Auch bei denen sind Elternzeiten (auch von Vätern) mittlerweile meist selbstverständlich und selten Anlass für Unmut – ich bekam stets positive Reaktionen auf meine Out-of-Office-Nachrichten.

Wer als Anwalt in einer Großkanzlei keine Elternzeit nimmt, verpasst etwas. Die ungeteilte Zeit mit den eigenen kleinen Kindern ist dann gerade in diesem zeitintensiven Beruf unwiederbringlich verloren. Die Elternzeit ist außerdem die Basis für ein funktionierendes agiles Arbeiten im Homeoffice. Wer Monate zu fünft in einem Camper durch die Wildnis gegondelt ist, kann einen Kinderstreit im Arbeitszimmer auch während einer Telefonkonferenz schlichten. Das ist nur einer der Gründe, warum Baker McKenzie alle Kolleginnen und Kollegen aktiv darin unterstützt, Elternzeit zu nehmen. Eine oder mehrere Elternzeiten haben bei uns keinen negativen Einfluss auf die Karriere oder die Gehaltsentwicklung. Aber das sollte 2020 ja eigentlich selbstverständlich sein.

 

Unser Autor

Dr. Johannes Weichbrodt, LL.M. (King’s College London) ist Partner in der Praxisgruppe Antitrust & Competition bei Baker McKenzie. Der Kanzlei ist er seit einem Studentenpraktikum in ihrem Büro in Buenos Aires verbunden, zudem war er Mentee des Career Mentorship Program der Sozietät. Nach einigen Stationen bei Behörden, Unternehmen und anderen internationalen Großkanzleien ist er 2015 zu Baker McKenzie zurückgekehrt. Aus dem Düsseldorfer Büro berät er zum europäischen und deutschen Kartellrecht, Compliance-Fragen und Global Internal Investigations.  


Über Baker McKenzie:

Seit ihrer Gründung 1949 berät die inter­natio­nale Anwalts­kanz­lei Baker McKenzie viele der er­folg­reich­sten Unter­nehmen auf der ganzen Welt. Mit mehr als 13.000 Mit­ar­bei­tern an 77 Stand­orten und einem glo­balen Um­satz von über 2,6 Milliar­den US-Dollar ist Baker McKenzie eine der größ­ten und leistungs­stärksten Kanz­leien der Welt. Baker McKenzie ist be­kannt für ihr über Jahr­zehnte ge­wachsenes globales Netz­werk, ihr fun­dier­tes Ver­ständ­nis der lokalen Märkte im inter­nationalen Kon­text, ihr Be­kenntnis zu höch­ster Quali­tät und ihre be­stän­dige Aus­richt­ung nach den An­forderungen der Man­danten.

In Deutsch­land ver­treten rund 200 An­wälte mit aus­ge­wiesener fach­licher Ex­per­tise und in­ter­natio­naler Er­fahr­ung die In­teres­sen ihrer Man­danten an den Stand­orten Ber­lin, Düssel­dorf, Frank­furt/­Main und Mün­chen. Als eine der fü­hrenden deut­schen An­walts­kanz­leien berät Baker McKenzie natio­nale und inter­natio­nale Unter­nehmen und Institutionen auf allen Gebieten des Wirt­schafts­rechts. 


Dieser Beitrag ist erschienen im Newsletter 'Karriere-Jura', für dessen Bezug Sie sich auf dieser Seite eintragen können

.

Copyright: Karriere-Jura GmbH, Karriere-Jura.de

Do you know the newsletter Karriere-Jura?

Here you will find a reading sample. The free Karriere-Jura newsletter provides helpful information about the labor market for lawyers, training opportunities, tips for job applications, and current discussions Legal Recruitment.

Subscribe